

MFO Generatoren im weltgrössten Gleichstromkraftwerk
Das März-Blatt des diesjährigen Kalenders des Ortsgeschichtlichen Vereins stellt die MFO vor. Eines der Bilder zeigt eine Maschinenhalle mit Generatoren der MFO (rechtes Bild). Diese Generatoren sind seit gut 80 Jahren im norwegischen Kraftwerk Vemork bei Rjukan installiert. Und sie sind Teil einer dramatischen Widerstandsgeschichte des 2. Weltkrieges, die wir hier kurz in Erinnerung rufen wollen.
1911 eröffnet Norsk Hydro im norwegischen Rjukan das weltgrösste Wasserkraftwerk Vemork. Die Kräfte eines 144 Meter hohen Wasserfalls, der von der Hardangervidda in das Vestfjordtal hinab fällt, werden auf 10 Druckleitungen verteilt und der daraus gewonnene Strom zur Herstellung von Stickstoffdünger verwendet. 1928 wird das Verfahren umgestellt auf das Haber-Bosch Verfahren, bei dem Ammoniak aus der Reaktion von Wasserstoff und Stickstoff gewonnen wird. Den Wasserstoff wiederum erhält man durch die Elektrolyse des Wassers und für die wird Gleichstrom benötigt. Die in Vemork installierten Doppel-Generatoren werden von der MFO geliefert. Bis zur Schliessung der Anlage 1971 machen sie Vemork zum grössten Gleichstromkraftwerk der Welt!
Das Kraftwerk Vemork bei Rjukan
Schweres Wasser und die Atombombe
Bei der Hydrolyse des Wassers entsteht als Nebenprodukt schweres Wasser, das eine etwas grössere Dichte als normales Wasser hat. Norsk Hydro verkauft anfangs nur geringe Mengen für die medzinische und physikalische Forschung, doch Anfang der 1940er Jahre wird schweres Wasser plötzlich in grossen Mengen von Deutschland bestellt. Die Norweger werden misstrauisch. Schweres Wasser wird bei der Kernspaltung als sogenannter Moderator eingesetzt, der die beim radioaktiven Zerfall ausgestrahlten Neutronen abbremst und damit erst eine Kettenreaktion ermöglicht.
Werner Heisenberg versucht in Deutschland, die Kettenreaktion in Gang zu bringen und benötigt dafür grosse Mengen schweren Wassers. Das Kraftwerk Vemork mit seiner ungeheuren Leistung ist der einzige Produzent dieser Flüssigkeit in Europa. Da während der Kernspaltung auch waffenfähiges Plutonium entsteht, fürchten die Aliierten, dass Deutschland bald erfolgreich die Atombombe bauen könnte - Aliierte und Deutsche beginnen einen Wettlauf um die Kontrolle der Anlage. Nachdem Deutschland Norwegen besetzt hatte, lassen die Besatzer die Produktion des schweren Wassers verzehnfachen.
Norwegischen Widerstandskämpfern gelingt ein Sabotageakt, die Fabrik wird aber schnell wieder aufgebaut (links im Bild vor dem Kraftwerk). Die Fluzeuge der Aliierten werfen im Tal über 1'000 Bomben ab. Als die Deutschen 1944 versuchen, die Restmenge schweren Wassers abzutransportieren, sprengt der Widerstand die Fähre mit der brisanten Fracht. Die Versuche, Deutschland am Bau einer Atombombe zu hindern, haben 92 Menschen das Leben gekostet.
Die Sabotageaktionen der Norweger werden von Hollywood unter dem Titel "Helden der Telemark" verfilmt. Die Wasserstofffabrik ist inzwischen abgerissen, im Kraftwerk Vemork befindet sich das Industriearbeiter-Museum und im Maschinenraum stehen noch heute die 5 Gleichstrom- Generatoren der Maschinenfabrik Oerlikon.
Bilder: www.visitvemork.com/dnn/



Ende Januar staunten einige Passanten in Neu-Oerlikon über eine ungewöhnliche Ballon-Installation. An verschiedenen Plätzen markierten 4 grüne und 4 orange mit Helium gefüllte Ballone eine rechteckige Fläche von 24 x 4 Metern. An den Ecken dieser Grundfläche schwebten die Ballons in 6 Meter Höhe und markierten so die Ausmasse eine imaginären Halle. Eingerichtet wurden diese Installationen vom Verein OERLIKON Industriegeschichten, der auf der Suche nach dem geeigneten Standort für das Krokodil ist.
Die grünen Ballons markierten im Inneren der Halle die Ausmasse der Krokodil-Lokomotive. Mit ihren 20 Metern Länge und gut 130 Tonnen Gewicht ist die Auswahl an geeigneten Plätzen beschränkt. Die Ballon-Installationen ergänzen die Karten in einer Dokumentationsmappe, mit der der Verein mit der Stadt die möglichen Standort-Alternativen besprechen möchte, um schon im Vorfeld rechtliche oder technische Probleme berücksichtigen zu können.
Auf viele Kinder hatten die grossen schwebenden Ballons eine unwiderstehliche Wirkung. Sie wollten selber einen solchen Ballon. Da wir am Anfang der Fotoaufnahmen noch keine Exemplare entbehren konnten, kam es zweimal zu lautem Protest und Geschrei der Kleinen, den die Eltern nur schwer besänftigen konnten. Aber am Ende konnten wir doch noch ein paar Ballons verschenken.



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